Und das ist sie - Christine W. die Gewinnerin unserer "Bootsgeschichten".

Mit knappem Abstand - aber eben dann doch mit den meisten Stimmen -

hat sie gewonnen mit ihrem Gedicht    DU- DAS BOOT.

 

 

 

 

 

WIR DANKEN EUCH ALLEN, DIE SICH DIE MÜHE MACHTEN EINE GESCHICHTE ZU ERZÄHLEN - EIN GEDICHT ZU DICHTEN.

UND EUCH ALLEN, DIE ABGESTIMMT HABEN.

Die drei "besten" haben wir hier nun für Euch veröffentlicht, nehmt Euch ein paar Minuten und lasst Euch verzaubern, alle sind wirklich Lesenswert. Viel Spaß dabei.

 


Die Idee zum Boot im Garten kam uns, als wir immer mal wieder am Kreisverkehr in Sa Rapida vorbei gefahren sind. Denn dort liegt ein schönes altes Boot auf einem Hügel mitten drin. Und ich sagte immer wieder: Max sowas will ich auch.

Leider leider durften wir keinen so großen Berg im Garten aufschütten. Und dann den auch noch mit Beton kunstvoll zumachen, dass nur an wenigen Stellen das Grün rauskommen darf. 

Als ich diese Geschichte unserem Bauern erzählte, der unser Feld pflegt hatte er sofort ne Idee für mich. Er hätte ein kleines Ruderboot auf seiner Finca, da wollte er seit 10 Jahren einen Teich draus machen. Jetzt lag das Böötchen aber leider nur so rum, und er war froh, dass er es loooooos wurde. Und schwupp die wupp war der Haufen aufgeschüttet und das Boot lag oben drauf. Und da ist es nun. Mit ner Treppe zu hochsteigen. Das werden dann tolle Urlaubsfotos. Bis ganz bald hier bei uns. 

 

 

 

Das Gedicht  von CRISTINE W.                1.PLATZ


Du - Das Boot

 

Einst wurdest du am Hafen ins Wasser gesetzt,

du gehörtest dem Fischer mit seinem Netz.

 

Mit an Bord war schon so mancher Fisch,

kurz darauf lag er gegrillt auf dem Tisch.

 

Tolle Jahre durftest du auf dem Meer verbringen,

doch musstest auch mit schweren Stürmen ringen.

 

Dem Kentern warst du manchmal sehr nah-

doch immer waren zum Glück die Retter dann da.

 

Die See war grandios und wunderbar

doch die Fische wurden mit der Zeit ganz rar.

 

Das Wetter war mal gut, mal sehr rauh,

und mit den Jahren wurd´ der Fischer alt und grau.

 

So ließ der Fischer dich ganz alleine treiben-

er würde von nun an lieber an Lande bleiben.

 

Viel erlebt hast du auf dem weiten Meer-

jetzt sehnst du dich nach Ruhe so sehr.

Nach endlosen Jahren auf dem Wasser bist du nun gestrandet,

und hier in der VillaWilua bei Doris und Max gelandet.

 

Du warst sofort sehr herzlich willkommen,

die Hausherrin hat gleich den Farbkübel genommen.

 

Tobte sich aus und strich dich schön an,

ein wahres Schmuckstück – mit allem drum und dran.

 

Blitzblank wurdest du geputzt,

vielleicht auch als Badewanne genutzt???

 

Jetzt wirst du mit schönen Blumen bepflanzt,

und dann wird im Kreise um dich rumgetanzt.

 

Du bist bei der VillaWilua in besten Händen,

mit deinen neu gestrichenen bunten Wänden.

 

Du kannst uns bestimmt spannende Geschichten erzählen,

nun musst du dich nicht mehr mit rauhen Stürmen rumquälen. 

 

Es freut uns sehr, dass du diesen Weg hast gefunden,

hier können sie genesen - deine zahlreichen Wunden. 

 



  

 

von Dieter           2. PLATZ       

Vom Winde verweht …

 

Am Heiligenhaf’ner Strand, liegt ein Ruderboot auf dem Sand, wie hingeschmissen.
Am Boden, vom Regen eingebracht, steh’n Wasserpfützen.
Die Riemen sind locker, die Paddel eins nach vorn und eins nach hinten gestellt -
das trostloseste Paddelbootbild auf der ganzen Welt.
‚Das ist doch Kacke!‘, denkt es, ‚selbst wenn ich schrei,
keine Sau hört mich, weil erst im Mai die neue Saison beginnt!
Und jetzt…? Einfach tatenlos liegen? Nur als Rastplatz für die Fliegen?
Für Möwen, für Gänse, die mich bescheißen!...
Mit den Rudern würd‘ ich nach ihnen schmeißen… wenn ich nur könnt!‘

 

Liegen – immer nur liegen und liegen! Grau und leer.
Der steife Nordwestern fällt über mich her und der Blues breitet sich aus in mir.
Da schreit eine Möwe aus ziemlicher Höhe „Was liegst du da rum?
Warum lernst du nicht fliegen? Ich zeige es dir!“
Der Nordwestern brüllt und rüttelt, den Sand auf mir hat er abgeschüttelt
und die Paddel gehen auf und nieder- wie bei der Möwe das Gefieder. 

 

Ich hab’s! Iiiich haaaabs!“, schrei ich nach oben. Die Möwe ist längst weitergeflogen.
Ich halte die Ruder fest in den Wind und geschwind gewinn ich an Fahrt
und erstmals auf eine ganz andere Art.
Der Sand unterm Kiel verliert den Kleber, die Paddel imitieren die Flügel als Heber…
Das Rütteln unter mir ist weg. Oschreckoschreck!!! Meine Bodenhaftung ist weg!!!

 

Jetzt dreh ich die Paddel mit dem Rücken nach oben,  
laut Thermophysik wird man so hinaufgezogen.  
In weiten Kreisen wind‘ ich mich in die Höhe hinauf,  
das Ächzen meiner Planken nehm ich bibbernd in Kauf!  


‚Oh nein! Oh Kacke!!! Das Navi steckt ja in Hein-Piet’s Jacke!!!‘
Wat nu? Wohin??? Unter mir jetzt vom Harz der Brocken!
Meine Socken!, das geht aber flott! Dann bin ich ja bald schon über dem Pott!
Und die aus’m Pott, sagt Hein-Piet, fliegen in großen Scharen,
seit Jahren schon auf de Balearen!
Warm soll’s dort sein, Palmen soll’s geben und überwiegend Rentner dort leben!
Den Ballermann, Magnet der Insel, jeder Pinsel kennt den Ort,
wo Bierströme fließen und vom Dung der Kotze „saure Palmen“ sprießen.

 

Südsüdwest ist der Kurs!, den muß ich halten, denn ich muß ja über die Alpen!
Unter mir stehen Flieger, die nicht fliegen?!?!
Das könnt‘ der Airport Rhein-Main gewesen sein, die alle sind nämlich dort daheim.
Keine Pause wegen Schichtwechsel oder so.
Nä nä, ein Virus, vom Ledertier aus Wuhan, tut uns das ganze Elend an!!
Dies kleine Scheißding hat alles lahmgelegt, die Einkaufsstraßen leergefegt und,
weil auch Menschenleben sind betroffen, wird selbst am Ballermann nicht mehr gesoffen.

 

Alpenhauptkamm. Turbulenzen um mich rum, die Ruder drehts mal rechts, mal links herum.
Mich schüttelts kräftig, die Planken halten, gleich geht’s bergab, ich kann runterschalten.
Laut wiehern die Pferde der Camargue, die denken wohl „Ein fliegender Sarg!“
„Keine Angst ihr Lieben, ich bin ein Boot und ich kann fliegen! Doch sagt mir rasch,
muß ich jetzt rechts oder links abbiegen?“

 

Hast’n Sextant an Bord?“ will der Leithengst wissen… „Nee, was is’n das? Ich kenn nur mein Ziel!“
„Das is nich viel! Dann mußte nach Koordinaten fliegen! 39,3° nördliche Breite und
2,6° östliche Länge – und: denk ans Tramuntana und dessen steile Hänge!

 

Koordinaten? Koordinaten! Ja wo soll’n die denn sein?? 
Über mir Himmel und unter mir Wasser und nicht ein Koordinat ist hier zu seh’n!
Doch halt, da hinten, am Horizont, da steh’n graubraune Zacken.
Das muß das Tramuntanaaaa sein!!“ , hör ich mich schrein’n.
„Ich hab’s geschafft! Mein Gott, ich hab’s geschafft!!!“

Im großen Bogen geht’s um Sant Elm. Vom Ufer her brüllt einer nach oben:
„Que diabolos, chinchorro volando!! Eres donde??“
„Heiligenhafen!“ brüll ich zurück und flieg an Palma’s Kathedrale vorbei!
Dies Bild werd‘ ich wohl nie vergessen.

 

Ich bin auf Kurs und dreh‘ noch eine Runde, unten Salinen und dahinter `ne Stadt:
Ljucmajor!!! Gleich bin ich da!!!
Ich stell‘ die Paddel gegen den Wind, ich muß mich sputen, schnell, geschwind.
Von Südwesten her fliege ich an und dann!!!...
Dann sehe ich schon das Blütenmeer, die Finca WILUA, den Buddha, den Pool…
doch oh Schreck, der ist ja leer!!!
Da wollte ich wassern, das geht jetzt nicht mehr!!!
Ich sag mir `Nach vorn, ganz nach vorn mit dem Steuerbügel!‘ -
und ich lande traumhaft sicher auf dem Schotterhügel!!!

 

 

 

 

 von SANNE                         3. PLATZ

 

Fünf in einem Boot

Es geschah in diesem so anderen Jahr 2020,

Doris und Max genossen Ihre Finca und warteten auf Gäste.

Leider war weit und breit keine Gästeschar in Sicht.

In einer lauen Vollmondnacht, bei ein-zwei Gläschen L'UrTikA wurde die Idee

geboren, nun auch mal wieder selbst Urlaub zu machen.

Gesagt, getan....kurzer Hand charterten Sie ein Boot und los ging die Reise.

Gestartet wurde bei Sa Rapita in Richtung Palma und immer weiter an der Küste

entlang Richtung Westen. Am Cap de Llebeig bogen sie rechts ab und schipperten

entlang der nordwestlichen Steilküste bis zum Cap de Formentor.

Chanti, Pepa und Carlo waren auch dabei, sie wollten nicht alleine sein.

Die fünf waren ganz und gar begeistert von den schönen Stränden, Buchten, Orten

und Naturbildern die sie vom Wasser aus entdeckten.

Dann ging es weiter an der Ostküste entlang, mit einer tollen Aussicht auf ihr

LieblingsKiteGebiet.

Dort blieben sie auch einige Tage um aufs Kite zu steigen und den Wind zu geniessen.

Nach sehr sportlichen Tagen ging es weiter an der Ostküste entlang Richtung Süden,

mit einen Blick auf Cala Serena und schönen Erinnerungen an die Zeit bei Robinson, bis

zum Cap de ses Salines.

Fast war das Ziel in Sicht und da die Sonne immer noch so schön vom Himmel lachte

und der Wind perfekt war, wurde beschlossen noch eine Runde um Illa de Cabrera zu

drehen. Hunde und Katze waren sehr erfreut, dass die Reise noch etwas verlängert

wurde.

Als sie dann wieder Richtung Norden auf den sehr schönen Strand bei es Trenc Ses

Covetes zusteuerten, kam aus dem Nichts ein unheimlich starter Wind auf.

Allen zusammen wurde es mulmig, sie hielten sich gegenseitig fest und wollten nur

noch heim.

Plötzlich kam eine Riesenwelle, das Boot hob ab und wurde mit einer enormen Windböe

durch die Luft ins Landesinnere getragen. Die Fünf entdeckten aus der Luft

Llucmajor und kurz darauf ihre Heimat, die Villa Wilua und genau da landete das Boot

etwas unsanft im Garten. Sie kamen, zwar mit einem grossen Schrecken, aber heil und

sehr glücklich wieder zu Hause an.

Immer wieder gerne erinnern sich Doris und Max an den schönen Bootsurlaub...

Chanti, Pepa und Carlo ziehen sich heute immer noch sehr gerne ins Boot zurück, um

von der schönen Reise zu träumen.

 😊 😊 😊

 

 

 

Und das ist eine Geschichte, die leider leider irgend wie untergegangen ist und somit auch nicht mit in der Wertung war. Aber damit sie doch noch ein wenig Aufmerksamkeit bekommt, haben wir die "SACHE MIT DEM BOOT" von Ono einfach  "hier gebracht".

 

Die Sache mit dem Boot.

 

Und dann kam die Flut, sie hatte sich ein Jahr lang angekündigt. Seit Monaten waren die Zahlen angestiegen und plötzlich konnte kaum noch jemand die Insel erreichen.

Es wurde so ruhig wie noch nie, und die wenigen Glücklichen, die geblieben waren, wussten nicht, ob sie sich über die Stille freuen oder lieber traurig über den fehlenden Besuch sein sollten. Sie einigten sich auf beides.

Im Frühling zog sich die Flut zurück. Und als sie abgeflossen war, lag da dieses Ruderboot. Alle fragten sich, was das sein sollte? Eine Arche Noah ohne Dach? 

 

Es war – obwohl es ein bisschen gebraucht aussah – das modernste Transportmittel unserer Zeit. Eine geheime Schleuse, durch die man auf die Insel gelangt. 

Früher nannte man das Teleportation. Die Eingeweihten sagen: Hinträumen! Und ohne großes Gesumme und Gebrumme sitzt man schon in diesem Boot. Und weil natürlich niemand glaubt, dass das funktioniert, wird von allen, die die Reise angetreten sind, bei der Ankunft ein Beweisfoto gemacht.

 

PS: es trägt den Namen Sueño